Toplisten Voting @ Teddykaninchenclub-Topliste

               Hallo!               

Wenn Euch meine HP gefällt dann klickt doch bitte einmal auf den Toplistenbanner für mich!            Danke                 

Mona Lisa steht 2204 Rembrandt links 070510 Baby Electra Juanez
Mercy 211009
Honey 250808
Baby Mercy 021109 Darwin

Krankheiten

Kokzidien hier erfahrt ihr näheres

 

Hier lesen Sie alles über Myxomatose

und RHD!!!

 

Myxomatose

Geschichtliches über die Myxomatose

Das Myxomatosevirus

Die Übertagung

Krankheitsanzeichen und ihr Verlauf

Behandlung

Impfung

 

 

Die Myxomatose ist zweifellos die bekannteste und berüchtigste, hochvirulente Infektion unter Kaninchen. Nachdem das Virus erstmals bei südamerikanischen Kaninchen entdeckt und identifiziert worden war, wurde er gezielt gegen die Überpopulation von Kaninchen eingesetzt.

Geschichtliches

1986 beobachtete Prof. G. Sanarelli die Myxomatose bei eingeführten europäischen Kaninchen (Oryctolagus cuniculus) in dem Hygiene-Institut in Montevideo (Uruguay), dessen Direktor er war. Seine Laboratoriumskaninchen erkrankten daran, er zeichnete die Auswirkungen auf und erkannte, dass die Erkrankung infektiöser Natur und der Erreger der Seuche ausserhalb des Sichtbaren liegen müsse.
Im April (10.-17.) 1898 berichtete er auf dem IX. Internationalen Kongress für Hygiene und Demographie in Madrid über seine Aufzeichnungen und noch im gleichen Jahr, am 01. Juni 1898 erschien seine wissenschaftliche Forschungsarbeit in dem Zentralblatt für Bakteriologie, Parasitenkunde und Infektionskrankheiten unter dem Titel: Das myxomatogene Virus - Beitrag zum Studium der Krankheitserreger ausserhalb des Sichtbaren.
In dieser Arbeit hat Prof. Sanarelli die virale Ursache für die Myxomatose analysiert:
"Das äthologische Agens gehört keinem jener organisierten Wesen an, welche wir gegenwärtig als die Ursache spezifischer Krankheiten anzusehen gewohnt sind."
1909 traten spontane Fälle in Sao Paulo und auch weitere, sporadische Fälle im Laufe der Jahre bei dem europäischen Kaninchen an versch. Orten in Brasilien auf. Gleichzeitig stellt man fest, dass das Wildkaninchen, welches in Südamerika vertreten ist (Sylvilagus brasiliensis), wesentlich resistenter gegenüber dem Myxomatosevirus war, als sein europäischer Vertreter.

1859 wurden erstmalig zwei Dutzend europäische Wildkaninchen nach Australien importiert. Sie vermehrten sich in knapp 100 Jahren auf mehrere Milliarden und breiteten sich über den ganzen Kontinent aus. Diese Überpopulation wurde in erster Linie durch Fehlen der natürlichen Feinde begünstigt und sekundär durch das Vorfinden von idealen Lebensbedingungen.
Anfangs waren die Kaninchen gern gesehen, als Fleisch- und Fellproduzenten willkommen, aber aufgrund ihres geradezu gewaltigen Aufkommens verursachten sie alsbald grosse wirtschaftliche Schäden, indem sie kostbares Weideland abästen und dieses verödete, auch brachten sie die heimische Fauna Australiens in Lebensbedrängnis.

  • 1927 zog man zum erstenmal in Erwägung mit dem Myxomatosevirus gegen die explosionsartige Ausbreitung der Kaninchen in Australien vorzugehen.
  • 1942 bis 1943 setzt man dieses in die Tat um und scheiterte.
  • Erst 1950 glaubte man, wieder soweit zu sein, um einen neuen Versuch zu wagen.
  • 1952 wurde erneut eine Infizierung mit einem hoch virulenten (hochgradig krankmachend) Myxomatosevirus eingeleitet und auch dieser Versuch drohte zu scheitern, bis nach einer Umstellung der Grosswetterlage die Infektion um sich griff. Der Seuchenzug von 1952 bis 1955 war geradezu katastrophal, er wirkte nahezu vernichtend, die Mortalitätsrate betrug über 99%!
  • Europa interessierte sich anfangs kaum dafür, die Myxomatose in Australien erregte erst nur wenig Aufsehen, bis Europa seine eigene Myxomatose Erfahrung machen sollte.

Für die Ausbreitung innerhalb Europas zeichnet sich der französische Prof. Dr. Paul Amand-Delille verantwortlich. Um der Überpopulation auf seinem eingezäunten Landsitz Maillebois (ca. 100 km südwestlich von Paris) im Eure-et-Loire-Departement Einhalt zu gebieten, liess er sich den brasilianischen Myxomatosevirusstamm 1952 aus der Schweiz (Lausanne) kommen und infizierte am 14. Juni 1952 zwei Wildkaninchen.
Der Erfolg war so überragend, dass Nachbarn auf sein Grundstück eindrangen und kranke Kaninchen einfingen, um sie in Ihren eigenen Gärten und Gütern wieder auszusetzen.
Diesem Verhalten haben wir es zu verdanken, dass das Virus sich rasant innerhalb von zwei Jahren in ganz Europa ausbreitete. 1953 verzeichnete man den ersten Myxomatosefall rechtsrheinisch im Mannheimer Stadtpark, in der ehemaligen DDR setzte die Seuche erstmalig 1954 im Bezirk Leipzig ein.

Das Myxomatosevirus wütete geradezu in Europa, er breitete sich in einem rasanten Tempo (ca. 400 km/anno) aus und wirkte ähnlich wie in Australien - nahezu vernichtend!

  • 1953 gewaltige Ausbreitung in Frankreich über die Hälfte des Territoriums war von Myxomatose betroffen
  • 1954 gab es 1 Million erkrankte Hauskaninchen in Frankreich
  • 1953 erste Myxomatosefälle in Deutschland, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Spanien und England
  • 1954/1955 war das Myxomatosevirus in fast allen engl. Grafschaften und in 28. Grafschaften Schottlands verbreitet
  • 1954 Schweiz
  • 1955 Tschechien, Österreich
  • 1956 Polen, jedoch mit deutlich geringerer Ausbreitungstendenz
  • 1960 Dänemark
  • 1961 Spontane Erkrankung bei Wildkaninchen im Mittel-Skane (Schweden)
  • 1962 auf der Insel Gotland (Schweden)
  • aufgrund von klimatischen Faktoren (anzunehmenderweise) sind keine Myxomatosefälle aus den Balkanstaaten, der ehemaligen UdSSR und Asien bekannt.

Bis heute haben sich die Wildkaninchenpopulationen in manchen Ländern und Landstrichen davon nicht erholt, in manchen Gegenden sieht man wilde Vertreter unserer Kaninchen, in anderen Arealen wiederum ist weit und breit kein einziges, wildes "Cuniculus" vertreten, auch ist die Seuche weiterhin aktiv.

]

Das Myxomatosevirus

Das Myxomatosevirus gehört zu der Familie der Poxviridae (Pockenviren), Genus Leporipoxvirus und ist nahe verwandt mit dem Kaninchenfibromvirus. Es ist wirtsspezifisch, nicht auf andere Tiere oder den Menschen übertragbar bis auf einige bzw. vereinzelte Fälle von Erkrankungen bei Hasen ( bspw. 1953 Meldung über erste Krankheitsfälle in Frankreich, Anfang 1954 in Deutschland).
Das Myxomatosevirus ist tückisch in seiner Überlebensstrategie. Bei einem Kaninchen, welches die Myxomatose überlebt hat (chronischer Verlauf), ist es bis zu 6 Monten weiterhin aktiv, daher ist dieses Kaninchen weiterhin Verbreiter der Seuche bei ungeschützten Kaninchen. Besonders tragisch ist diese Tatsache bei Häsinnen, die zur Zucht dienen. Aber auch ungeschützte Partnerkaninchen sind gefährdet. Es ist relativ unempfindlich gegenüber best. Chemikalien wie Borsäure, Phenol. Sublimat und Kaliumpermangnat. Es trotzt Kälte, hat jedoch einer Erhitzung über 60 Grad Celsius nichts mehr entgegenzusetzen.

Die Myxomatose ist weder anzeige-, noch meldepflichtig!

 

Übertragung

durch blutsaugende Insekten:

  • primär - Stechmücken, Stechfliegen und Kaninchenflöhemöglich,
    auch jedoch eher sekundär - Milben, Zecken und Läuse
  • Gerade dem Kaninchenfloh kommt eine besondere Bedeutung zu - "die Besonderheit des Vermehrungszyklus beim Kaninchenfloh trägt zum Fortbestehen des Myxomatosevirus in einem Bau bzw. in einer Stallanlage bei. Die Eierstöcke in den weiblichen Flöhen reifen erst dann und es kommt zur Eiablage, wenn dies das Blut von trächtigen Kaninchen gesäugt haben. Wenige Stunden nach dem Werfen der Häsin verlassen die Flöhe das Muttertier und gehen auf die Welpen über, auf denen sie sich paaren. Das die Paarung auslösende Hormon ist in einem Tag alten Jungkaninchen am wirksamsten. Der bluthaltige Kot der Flöhe ist die Nährsubstanz für die Entwicklung der Flohlarven im Kaninchennest."
    (Krankheiten der Kaninchen und Hasen, Kötsche/Gottschalk, Gustav Fischer Verlag)

Flöhe können das Myxomatosevirus drei bis sieben Monate lang beherbergen und an die Kaninchen weitergeben, sie sind geradezu ideal um den Virus überwintern zu lassen.

Kontaktinfektionen durch verseuchtes (kontaminiertes) Grünfutter/Futter

  • Sammeln Sie kein Grünfutter aus Gebieten in welchen sich Wildkaninchen aufhalten, zäunen Sie Ihren Nutzgarten kaninchensicher ein, lagern sie ihr Futter sicher vor Kaninchen und Schadnager ein.
  • durch Fliegen
  • sie können die Myxomatosevirus durch an ihnen haftendes virushaltiges Augensekret oder Sekret aus aufgebrochenen Hautgeschwüren verbreiten
  • durch Kontakt vom kranken zum gesunden Tier
  • vom Wildkaninchen zum Haus- bzw. Stallkaninchen in einer Aussenstallanlage oder am Freigehe, Übertragungsmöglichkeit auch während einer Ausstellung, oder auch beim gemeinschaftlichen Auslauf zweier oder mehrer fremder Kaninchen
  • durch den Menschen beim und nach dem Umgang mit erkrankten Tieren,
  • ebenso durch Arbeitsgeräte, Stallzubehör, und Stallkleidung wie bspw. Arbeitskittel. Der Myxomatosevirus ist langlebig - bis zu 7 Monaten
  • Krankheitsanzeichen und Verlauf

Die Anzeichen der Myxomatose sind nicht einheitlich, sie hängen von der Virulenz des Virusstammes und der Empfänglichkeit der Kaninchen ab. Typische Anzeichen sind jedoch Entzündungen und Schwellungen an den Augen, Augenausfluss, und die Bildung von Myxomen (Unterhautödeme).
Beobachtet werden drei verschiedene Verlaufsformen. Die Inkubationszeit (Ansteckungszeitraum) beträgt 3 - 5 Tage.

akuter Verlauf:

  • erste Krankheitsanzeichen bei der Myxomatose nach drei bis fünf Tagen sind Tränenfluss und geschwollene Augenlider (Bindehautentzündung), später weitere Anschwellungen im Kopfbereich (Augen, Nase, Lippen, Ohren) und eitriges Augensekret, infolge der Schwellungen und Knotenbildungen am Ohr knicken bei stehohrigen Rassen die Ohren, sie können nicht mehr aufrecht gehalten werden, da diese zu schwer geworden sind, Fieber, im weiteren Verlauf kommt es zu Myxombildung im gesamten Kopfbereich, der Kopf wird unförmig, man spricht dann von dem "Nilpferdkopf" oder auch "Löwenkopf".
    Einher gehen die Unterhautödeme im Bereich der Geschlechtsorgane, des Analbereiches, der Hinterläufe, des Unterbauches und auf dem Rücken, diese können dann auch geschwürig aufbrechen.
    Anfangs nehmen die erkrankten Kaninchen noch gut Futter auf, aber nach einer Woche verschlechtert sich ihr Zustand rapide, die Futteraufnahme wird verweigert und die Tiere versterben in der zweiten Woche.
  • Perakuter Verlauf:
  • wenig ausgeprägte Anzeichen einer Myxomatose bzw. nur leichte Anschwellungen im Augenbereich, die Tiere versterben innerhalb einiger Tage.
  • Chronischer Verlauf:
  • Knoten- und Unterhautödembildung vor allen im Kopfbereich und an den Läufen, leichtere Verlaufsform der Myxomatose, gut konditionierte Tiere überleben die Infektion.
  • Behandlung

Die Myxomatose ist nicht behandelbar, jedoch können Antibiotika und weitere moderne Präparate bei einem schwachen Verlauf unterstützend verabreicht werden, damit eine Sekundärinfektion mit weiteren Erkrankungen verhindert wird. Ein Kaninchen, welches die Myxomatose überlebt, besitzt keine lebenslange Immunität und bleibt weiterhin Überträger des Virus.

Impfung

In Deutschland ist eine Impfung gegen Myxomatose erlaubt und es existieren versch. Impfstoffe und versch. Injektionsmöglichkeiten. Auch in Österreich ist die Impfung gegen Myxomatose erlaubt. In der Schweiz hingegen ist die Myxomatoseimpfung nicht zugelassen.

Grundimmunisierung bei Jungtieren:

  • 1. Impfung im Alter von 4-6 Wochen
  • Wiederholungsimpfung: nach 4 Wochen
  • weiterer Impfmodus alle 6 Monate
  • falls Sie ein erwachsenes Kaninchen haben, dass seine erste Impfung im Leben erhält, empfiehlt sich auch hier eine Grundimmunisierung bei Alttieren:
  • 1. Impfung Anf. März/April, Alter egal,
  • Wiederholungsimpfung nach 4 Wochen,
  • weiterer Impfmodus: alle 6 Monate
  • Geeimpft werden sollten alle Hauskaninchen, egal ob von Privathaltern oder Züchter, ob draussen (Aussenstallanlage) oder innen im Haus lebend. Impfwürdig sind nur 100%ig gesunde Tiere; Trächtigkeit, Säugetätigkeit oder Wachstum (ab einem Alter von 4 Wochen) sind kein Hinderungsgrund.
    Vor der Impfung sollte der Tierarzt eine allg. Gesundheitskontrolle bei dem Kaninchen durchführen. Geimpft werden sollte rechtzeitig vor Beginn der warmen Jahreszeit und kann in Kombination mit RHD erfolgen, allerdings ortsgetrennt, d. h. an verschiedenen Injektionsstellen. Die Impfung bleibt wirkungslos bei Kaninchen, die latent infiziert oder bereits sichtbar erkrankt sind.
    Die Impfung erreicht keine 100%ige Immunisierung, mit ihr sollten weitere Vorsichts- und Hygienemassnahmen einhergehen. siehe auch Impfungen und Prophylaxe.

!Für Züchter!
Impfen Sie unbedingt alle Ihre Tiere! Schaffen Sie für Ihre Tiere eine immmunisierte Umgebung, damit es nicht zu einem Impfdurchbruch bei Jungtieren kommt. Bei Jungtieren kann es passieren, dass die Impfungen nicht anschlagen, d. h. es entsteht eine immunologische Lücke. Dies ist zwar selten, aber kann passieren. Auch werden Sie, als Züchter, das nicht bemerken. Es kann passieren, dass die Jungtiere durch das Muttertier (durch Säugung) einen derart grossen Antikörperspiegel besitzen, dass das Immunsystems des jungen Kaninchens nicht dazu angeregt wird, bei einer Impfung weitere Antikörper auszubilden, da sich noch zuviele im Körper befinden.
Ganz im Gegenteil, die Antikörper und die durch das Vakzin freigesetzten Viren brauchen sich gegenseitig auf und das Kaninchen besitzt keinen Impfschutz gegen Myxomatose. Sie können jedoch das Infektionsrisiko für das betreffende Tier eindämmen, wenn Sie alle Ihre Tiere impfen, da das Jungtier sich in einem allg. immunisierten Stall aufhält.

Bei der subkutanen Impfung im Bereich der Brustwand gibt es zwei verschiedene Lebendimpfstoffe:

Vakzin, welches das Shope'sche Fibromvirus enthält:
Bei diesem Impfstoff kommt es zu einer Anschwellung an der Einstichstelle. Es handelt sich dabei nicht um einen Ausbruch der Myxomatose, sondern um ein sog. Impffibrom, eine Abwehrreaktion des Körpers auf den Impfstoff, stimmuliert die Immunabwehr.

Vakzin, welches ein attenuiertes (abgeschwächtes) Myxomatosevirus enthält

Beide Impfungen werden von den Kaninchen gut vertragen. Ich habe mich bei dem IDT Impfstoffwerk Dessau-Tornau GmbH erkundigt und mir wurde mitgeteilt, dass noch nie bei einem ihrer Laborkaninchen eine Impfmyxomatose (Ausbruch der Myxomatose durch die Vakzinierung) vorgekommen sei. Auch haben sie keine Meldung dieser Art von aussen bekommen.
Trotzdem gibt es immer wieder Aussagen in Richtung "mein Kaninchen erlitt eine Impfmyxomatose". Wenn Ihr Tierarzt tatsächlich bei Ihrem Kaninchen eine Impfmyxomatose diagnostiziert, bitte ich Sie eindringlich, sich mit dem Impfstoffhersteller in Verbindung zu setzen, damit weitere Massnahmen ergriffen werden können. Lassen Sie sich bei jeder Impfung einen Impfausweis oder eine Impfbestätigung ausstellen, worauf auch die Chargen-Nr. angegeben ist.

Dann gibt es noch die intrakutane Impfung am Ohr:

  • Die Anwendung des Impfstoffes erfolgt durch Druck nadellos im oberen Ohrdrittel an einer blutgefässfreien Stelle von innen nach aussen mit Hilfe eines speziellen Applikators (DERMOJET). Verwendet wir ein attenuiertes Lebendvakzin. Die Intrakutanimpfung ist die Weiterentwicklung der herkömmlichen subkutanen Impfmethode. Je ähnlicher der Impfstoff an einer natürliche Infektion, durch Stechmücke oder Floh, dem Tier verabreicht wird, desto höher ist die Immunisierung und Wirksamkeit.
    Die intrakutane Impfung imitiert die Infektion eines bspw. Mückenstichs. Bei der subkutanen Impfung wird durch die Hautschichten gestochen und der Impfstoff darunter appliziert, bei der intrakutanen Impfung hingegen, wird der Impfstoff zwischen den Hautschichten eingebracht, sowie der Myxomatosevirus durch eine bspw. Mücke. Durch diese Impfung erzielen sie keine Immunität, aber sie erzielen einen höheren Antikörperspiegel als bei einer Subkutanimpfung.
  • Leider bieten bislang noch nicht viele Tierärzte diese Impfung an. Zum einen hat das Applokationsgerät (Dermojet) seinen Preis, zum anderen besteht das Problem in der Impfkartusche. In einer Kartusche sind 20 Impfdosen, die jedoch lediglich ca. 4 Stunden haltbar sind, wenn einmal angefangen. Für Kaninchenhalter mit nur einem oder zwei Kaninchen ist die Chance daher äusserst gering, die Vorzüge einer Intrakutanimpfung zu geniessen, aber für Halter von mehrere Kaninchen und Züchtern besteht sicherlich die Möglichkeit. Auch als Hobbyhalter mit mehreren Kaninchen wäre es möglich, dass der Tierarzt bei Ihnen vorbeikommt und die Impfungen vornimmt. Aber bedenken Sie bitte, dass die Intrakutanimpfung aufgrund des Zubehörs kostenintensiver sein könnte. Diese Art der Impfung ist momentan das aktuellste, was es im Rahmen der Bekämpfung von Myxomatose. gibt. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt darüber bzw. regen Sie an, dass er sich darüber informiert. Vielleicht lohnt sich auch für ihn eine solche Anschaffung.

Bei der Intrakutanimpfung kann es zu einer leichten Pöckchenbildung um die Einstichstelle kommen, dies beruht jedoch auf der Art der Verabreichung, durch den Druck und diese Nebenerscheinung verschwindet auch wieder. Auch muss bei der Intrakutanimpfung die Täto-Nr. berücksichtig werden, es muss ausserhalb des Tatoos angesetzt werden, um die Lesbarkeit nicht zu gefährden, welche ja zu "nb" bei einer Ausstellung führt. Eine weitere Folge kann auftreten, Verfärbung einzelner Haare im Fell am äusseren Ohr in Höhe des Druckpunktes. Doch mittlerweile hat sich die Intrakutanimpfung aufgrund Ihrer erhöhten Wirksamkeit auch bei Preisrichtern rumgesprochen. Die Farbveränderung wird akzeptiert, es wird bewertet, als wenn sie nicht vorhanden wäre, denn es handelt sich um keine genotypische Veränderung.

Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal gerade die Preisrichter ansprechen, die dieser Art der Impfung skeptisch gegenüber stehen. Informieren Sie sich bitte über die Nebenerscheinungen einer Intrakutanimpfung. Bestrafen sie den Züchter bitte nicht durch Punktabzug, sondern bewerten Sie das Tier nach Standard ohne Kenntnisnahme der etwaigen Folgeerscheinung durch die intrakutan verabreichte Impfung.

Vereinbaren Sie mit Ihrem Tierarzt einen Impftermin, damit Sie und vor allem Ihr Kaninchen nicht allzu lange in der Praxis warten müssen und Ihr Tier dem Stress durch Lautäusserungen anderer Tiere (bspw. Bellen) nicht länger als nötig ausgesetzt ist. Bei Kaninchenbesitzern mit einer stärkerer Anzahl von Kaninchen sind die Tierärzte in der Regel gerne bereit, zu Ihnen zu kommen.

 

Zeitraum

Die allgemeine Empfehlung für die Myxomatoseimpfung lautet 6 Monate, angefangen bei März/April. Der Zeitpunkt und die Wiederholung der Vakzinierung richtet sich nach bestimmten Faktoren: Infektionsdruck, warmes Klima, Entwicklung der blutsaugenden Insektenpopulation. Zwischen den blutsaugenden Insekten und den warmen Jahreszeiten besteht ein Zusammenhang, daher ist die Anzahl der Myxomatosefälle während der kalten Monate des Jahres auch bemerkenswert rückläufig bis hin zum völligen Erliegen.
Sie können beispielsweise Anfang März ihr Kaninchen impfen und nach 5 Monaten nochmals eine Wiederholungsimpfung initiieren, damit Ihr Langohr während des Spätsommers, dem sog. Altweibersommer, eine Erhöhung des Immunspiegels erfährt. Wie schon erwähnt, 6 Monate sind eine Empfehlung, nicht zwingend. Die Impfung hält 6-9 Monate vor.

Sie können den Zeitraum nicht nur vorverlegen, sondern es ist tatsächlich möglich bei hohem Infektionsdruck, 3x im Jahr zu impfen. Das bezieht sich nicht nur auf Gebiete, wo die Myxomatose gerade einen akuten Ausbruch verzeichnet, sondern auch auf Arreale mit grossem Feuchtgebietanteil.

Züchter sollten generell zweimal im Jahr impfen, denn Zucht- und Ausstellungskaninchen vereinen gleich mehrere Risiken auf sich. Impfen Sie alle Ihre Kaninchen, den kompletten Bestand. D. h. sowohl Schlacht-, als auch Zucht- und Ausstellungskaninchen; verschaffen Sie sich eine stabile Immunisierung, indem sie alle Tiere vakzinieren lassen!

Eine Information für Deutschlands Rassekaninchenzüchter angschlossen an den ZDK (Zentralverband der Deutschen Rassekaninchenzüchter): Der ZDK schreibt die RHD-Impfung für Ausstellungstiere ab Landesverbandsausstellung zwingend vor, das gilt jedoch nicht für die Myxomatose, diese ist lediglich empfohlen.

Private Kaninchenhalter neigen dazu, nur einmal im Jahr zu impfen, ihr Kaninchen nur während der warmen Sommermonate zu schützen. Auch hier, denke ich, empfiehlt sich eine halbjährliche Impfung. Der Myxomatosevirus ist hartnäckig, einmal in die Wohnung eingeschleppt, überlebt er bis zu 6/7 Monaten, auch Mücken und Fliegen haben eine längere Lebenszeit in beheizten Räumen, zudem haben sich die klimatischen Bedingungen ein wenig geändert, die kalten Jahreszeiten verlaufen milder.

Lassen Sie sich keinesfalls beirren, wenn die Myxomatose für ein paar Jahre nur sporadisch auftritt. Sie ist dafür bekannt, vier bzw. fünf Jahre abzuflachen, um dann hochvirulent, man könnte das fast als gestärkt bezeichnen, wieder aufzutreten und einen regelrechten Seuchenzug zu starten. Auch die Maul- und Klauenseuche galt als ausgemerzt, 2001, gute 45 Jahre (1965 gab es einen verheerenden Ausbruch der MKS in England, welcher 500.000 Tiere forderte) später werden wir alle auf verheerende Weise eines Besseren belehrt.

Broschüren:

  • IDT-Info: Myxomatose - Krankheitsverhütung durch Impfung,
    IDT-Impfstoffwerk Dessau-Tornau GmbH, Roßlau

RHD

 

Die Geschichte der RHD

Das RHD Virus

Die Übertragung

Krankheitsanzeichen und Verlauf der Krankheit

Behandlung

Schutzimpfung

 

Die RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease), bei uns im deutschsprachigen Raum auch bekannt unter Chinaseuche, finden sie evtl. auch unter den Abkürzungen VHD - Viral Haemorrhagic Disease, RVHD - Rabbit Viral Haemorrhagic Disease, HVK - Hämorrhagische Virusseptikämie der Kaninchen, aber auch unter den Namen hämorrhagische Krankheit der Kaninchen, Blutungskrankheit oder auch HSK - hämorrhagische Septikämie der Kaninchen und Clacivirus-Infektion. Alle Kürzel und Begriffe bezeichnen die gleiche hochvirulente Erkrankung, welche erst sei gut 25 Jahren bekannt ist.

Geschichte der RHD

  • 1984 trat die Erkrankung erstmals in China auf, Lui und seine wissenschaftlichen Mitarbeiter brachten sie in Zusammenhang mit Angorakaninchen aus Deutschland, kurz darauf beobachtete man die RHD auch in Korea.
  • 1986 in Italien und Südeuropa
  • 1987 Russland und der ehemaligen CSSR
  • 1988 in Deutschland und weiten Teilen Europas - am 24.09.1988 gab es den ersten Fall in der DDR
  •        1992 in England

Das RHD-Virus

Bei dem RHD Virus handelt es sich um das Calcivirus. Ursprünglich hatte man das RHD Virus zunächst als Picornavirus bezeichnet, daher taucht in der älteren Literatur evtl. auch noch der Name Picornavirus-Infektion auf, ab Herbst 1988 erfolgte jedoch die Zuordnung zu den Caliciviren. Haus- und Wildkaninchen, als auch Hasen zeigen sich gegenüber dem RHD Virus empfänglich, andere Tiere, als auch der Mensch besitzen eine natürliche Immunität.

Das RHD-Virus (Calcivirus) ist recht langlebig, 6-7 Monate, ändert häufig sein Erscheinungsbild und ist selbst gegen extreme Witterungsbedingungen immun. Das Calcivirus ist jedoch gegenüber best. Desinfektionsmassnahmen mit Mitteln auf Formaldehydbasis, Natronlauge oder Peressigsäure resistent (überlegen).

Das Erkrankungshoch liegt in den Monaten Mai bis Oktober, allerdings gibt es auch vereinzelte Fälle in den Wintermonaten. Zu Beginn eines Seuchenzuges werden bevorzugt Kaninchen im Alter von drei Monaten ergriffen, die Nachzucht immunisierter Häsinnen kann bis zu 10 Wochen durch maternale Antikörper (über die Muttermilch verabreicht) geschützt sein, daher ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt für die Grundimmunisierung nicht zu verpassen. Die Morbiditätsrate (Ausbreitung) ist als schnell zu bezeichnen, die Mortalität (Sterblichkeit) beträgt 80 bis 100%.

!Die RHD ist seit April 1995 nicht mehr anzeigepflichtig und seit einigen Jahren auch nicht mehr meldepflichtig!!

 

Übertragung der RHD

  • durch blutsaugende Insekten, Stechmücken, Stechfliegen, Kaninchenflöhe, Milben, Zecken und Läuse
  • aerogene Übertragung - Tröpfcheninfektion über die Luft
  • Kontaktinfektionen durch verseuchtes (kontaminiertes) Grünfutter/Futter.
    Sammeln Sie kein Grünfutter aus Gebieten in welchen sich Wildkaninchen aufhalten, zäunen Sie Ihre Nutzgärten und Gehege kaninchensicher ein, lagern sie ihr Futter sicher vor Kaninchen und Schadnager ein
  • durch Fliegen - sie können den RHD-Virus übertragen nachdem sie sich auf einem an RHD erkrankten oder bereits verstorbenen Kaninchen aufgehalten haben, bzw. an deren Ausscheidungen
  • durch Kontakt vom kranken zum gesunden Tier -
    vom Wildkaninchen zum Haus- bzw. Stallkaninchen in einer Aussenstallanlage oder am Freigehe
    Übertragungsmöglichkeit auch während einer Ausstellung, oder auch beim gemeinschaftlichen Auslauf zweier oder mehrer fremder Kaninchen
  • durch den Menschen beim und nach dem Umgang mit erkrankten Tieren,
    ebenso durch Arbeitsgeräte, Stallzubehör, und Stallkleidung wie bspw. Arbeitskittel.
    Der RHD-Virus ist langlebig - bis zu 7 Monaten

Krankheitsanzeichen und -verlauf

Die Inkubationszeit (Ansteckungszeitraum) beträgt 24 bis 72 Stunden (1 bis 3 Tage).
Die Krankheitsanzeichen zeigen sich wenig charakteristisch; eine beschleunigte oder erschwerte Atmung, Fressunlust (Inappetenz), Apathie (Teilnahmslosigkeit), allg. Störungen des Wohlbefindens, es können aber auch gar keine Anzeichen vorkommen.

Es werden drei versch. Verlaufsformen beobachtet:

perakuter Verlauf:

  • Das Tier bricht plötzlich, ohne vorheriges Krankheitsbild zusammen und erstickt unter Atemnotkrämpfen (die Tiere biegen den Kopf weit nach hinten - ein verzweifelter Reflex besser Luft zu bekommen) mit Blutaustritt aus den Nasenlöchern. Auch kann es zu Aufschreien des Kaninchens kommen.
  • akuter Verlauf:
  • etwa nach 2 bis 4 Tagen nach erfolgter Ansteckung kommt es zu leichter Benommenheit, Unruhe, Atemnot bzw. schwere Atmung (Dyspnoe), Fieber, Inappetenz, blutiger Durchfall kann auftreten. Die Tiere verenden unter Erstickungskrämpfen mit Blutaustritt.
  • milder Verlauf:
  • Das Tier leidet unter allgemeinem Unwohlsein, erholt sich aber nach einigen Tagen. Da Störungen des Allgemeinbefindens auf viele verschiedene Erkrankungen zutreffen, wird die RHD selten erkannt.
  • Behandlung der RHD

Die RHD ist nicht behandelbar, jedoch können Antibiotika und weitere moderne Präparate bei einem schwachen Verlauf unterstützend verabreicht werden, damit eine Sekundärinfektion mit weiteren Erkrankungen verhindert wird. Ein Kaninchen, welches die RHD überlebt, besitzt keine lebenslange Immunität und bleibt weiterhin Überträger des Virus. Impfen Sie Ihr Tier bitte weiterhin jährlich.

Schutzimpfung

In Deutschland und Österreich ist eine Impfung gegen RHD erlaubt und es existieren zugelassene Impfstoffe. Österreich gilt jedoch zur Zeit als RHD frei (Stand Februar 2002), daher hat kein Tierarzt den Impfstoff vorrätig. Vertrauen Sie bez. der Impfempfehlung Ihrem Tierarzt.
Auch in Deutschland kann es vorkommen, dass ein TA den Impfstoff gerade nicht zu Hand hat, er ist jedoch problemlos bei den Herstellern zu beziehen. Erkundigen Sie sich vorab bei Ihrem Tierarzt, ob der gewünschte Impfstoff vorrätig ist.

Geeimpft werden sollten alle Hauskaninchen, egal ob von Privathaltern oder Züchter, ob draussen (Aussenstallanlage) oder innen im Haus lebend.
Impfwürdig sind nur 100%ig gesunde Tiere, auch bei trächtigen Häsinnen ist die Impfung komplikationslos möglich.
Bei Kaninchen, die latent infiziert sind oder bei welchen alleine nur der Verdacht besteht, lohnt es sich durchaus eine Not-Bestandimpfung durchzuführen. Die Impfung erreicht keine 100%ige Immunisierung, mit ihr sollten weitere Vorsichts- und Hygienemassnahmen einhergehen.

Die Impfung erfolgt subkutan mit einem sog. Todimpfstoff, der inaktivierte Viren enthält und gilt als allgemein gut verträglich.

!Für Züchter!
Für Rassekaninchenzüchter in Deutschland gilt, die RHD Impfungspflicht für Ausstellungstiere vorgegeben durch den ZDK. Impfen Sie bitte alle Ihre Tiere, nicht nur die Ausstellungstiere, um auch hier eine immunologische Lücke zu vermeiden! Tragen Sie Verantwortung für Ihre Tiere und auch für die Kaninchen Ihrer Zuchtfreunde.

Lassen Sie sich keinesfalls beirren, wenn die RHD für ein paar Jahre nur sporadisch auftritt. Sie ist dafür bekannt, vier bzw. fünf Jahre abzuflachen, um dann hochvirulent, man könnte das fast als gestärkt bezeichnen, wieder aufzutreten und einen regelrechten Seuchenzug zu starten.

Zeitraum

Geimpft werden sollte rechtzeitig vor Beginn der warmen Jahreszeit und kann in Kombination mit Myxomatose oder Kaninchenschnupfen erfolgen, allerdings ortsgetrennt, d. h. an verschiedenen Injektionsstellen.

In Gebieten mit hohem Infektionsdruck empfiehlt sich eine Impfung im Alter von 4-6 Wochen, unabhängig vom Gehalt der Muttermilch an Antigenen, die Wiederholungsimpfung erfolgt nach 3-4 Wochen. In Gebieten ohne entsprechenden Infektionsdruck empfiehlt sich eine einmalige Impfung im Alter von 8-12 Wochen. Danach sollte eine alljährliche Impfung erfolgen, die Immunisierung hält 9-12 Monate vor.

 

QUELLENNACHWEIS:

Broschüre:

  • RHD Schutzimpfung - IDT-Info für Züchter und Halter von Kaninchen
    vom IDT Impfstoffwerk Dessau-Tornau GmbH in Roßlau
  • Artikel:
  • RTAM; Riemser Tierarzneimittel GmvH, Riemserort
    "RHD - Immunprophylaxe mit dem Riemser Absorbatimpfstoff RIKA-VACC"
    von B. Lange
    aus 8. Arbeitstagung über Haltund und Krenkheiten der Kaninchen, Pelztiere und Heimtiere der Fachgruppe Kleintierkrankheiten
    der DVG (Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e. V.), 20 - 21. Okt. 1993 in Celle,
    Die Dt. Bilbliothek - CIP Einheitsaufnahme
  • Bücher:
  • Kaninchenkrankheiten von Winkelmann/Lammers,
    1996, Verlag Eugen Ulmer, Stutttgart
  • Krankheiten der Kaninchen und Hasen von Kötsche/Gottschalk,
    4. Auflage, 1990, Gustav Fischer Verlag, Jena
  • Kaninchenkrankheiten von Dr. med. vet. Siegfried Matthes,
    3. Auflage, 1995, Oertel & Spörer, Reutlingen